Konkrete Kompetenzen

Die Situationen-Ressourcen-Matrix ist die kompakteste Darstellung des unseren Ausbildungen zugrunde liegenden Kompetenzen-Ressourcen-Modells (abk. KoRe-Modell). Die Matrix wird unten ausführlich erläutert.

Situationen (Situationstypen) = Hauptziele der Ausbildung
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Situationenprofil
einer Ressource

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Ressourcenprofil eines Situationstyps

Situationen-Ressourcen-Matrix

Dem KoRe-Modell liegt der Kompetenzbegriff von LeBoterf zugrunde: Eine Kompetenz bezeichnet das erfolgreiche Bewältigenkönnen einer Situation durch das Mobilisieren von geeigneten Ressourcen. Genau genommen geht es dabei nicht um das Bewältigenkönnen einer einzigen Situation, sondern einer ganzen Familie von ähnlichen Situationen, d.h. einer Situationsart, eines Situationstyps. Um diesen Kompetenzbegriff von anderen, meist abstrakteren, abzugrenzen, sprechen wir von Konkreten Kompetenzen.

Da das Hauptziel jeder Berufsausbildung darin besteht, dass die Studierenden nach der Ausbildung die beruflichen Situationen/Aufgaben erfolgreich bewältigen können, ist der Kompetenzbegriff von LeBoterf besonders geeignet, um die Bildungsziele der Ausbildung zu formulieren: Der Zielkatalog besteht aus der Liste der beruflichen Situationen (Situationstypen), die eine ausgebildete Berufsperson erfolgreich bewältigen können muss. In der Ausbildung geht es dann darum, die Studierenden darin zu unterstützen, das geeignete Wissen und Können, sowie die erforderlichen Haltungen so zu erwerben, dass sie als Ressourcen bei der Situationsbewältigung mobilisiert werden können.

In der horizontalen Dimension der Situationen-Ressourcen-Matrix werden alle Situationen (Situationstypen) aufgelistet, die eine Berufsperson erfolgreich bewältigen können muss. Das ist gleichzeitig die Liste der Ausbildungsziele. In der vertikalen Dimension werden sämtliche Ressourcen aufgelistet, die geeignet sind, die Bewältigung mindestens eines der Situationstypen zu verbessern, die in diesem Sinne für mindestens einen Situationstyp relevant sind. In der Matrix werden dann bei jeder aufgelisteten Ressource alle Situationstypen markiert, für welche sie relevant ist. In der anderen Richtung formuliert: Bei jedem Situationstyp werden alle Ressourcen markiert, die für ihn relevant sind. In diesem Sinne hat jede Ressource ein Situationenprofil und jeder Situationstyp ein Ressourcenprofil. Diese letztere Kombination (Situationstyp + Ressourcenprofil) ist eine kompakte Beschreibung einer bestimmten Konkreten Kompetenz: "Situationen dieses Typs mithilfe von Ressourcen aus diesem Profil erfolgreich bewältigen".

Die Ressourcenliste bildet so etwas wie eine Liste sekundärer Ausbildungziele. Sekundär, weil die Ressourcen Mittel zum Erreichen der Hauptziele sind. Jede Ressource ist nicht durch ihren Titel allein definiert, sondern auch noch durch ihr Situationenprofil: Die (Wissens-)Ressource „Kommunikationsmodelle“ z.B. kann vom Titel her Gegenstand eines Einsemesterkurses sein oder eines Vierlektionenblockes. Erst das Situationenprofil, das aussagt, in welchen Situationen diese Ressource eine bessere Bewältigung ermöglicht, definiert die Ressource konkret genug für den Unterricht. Ressourcen im KoRe-Modell sind vergleichbar mit Leistungzielen im Triplex-Modell. Das Situationenprofil der Ressourcen entspricht in etwa der K-Stufe der Leistungziele, gibt aber eine viel präzisere Information darüber, wie die Ressource im Unterricht vermittelt werden muss.

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